Kinder- und Jugendbüro Cottbus – inklusiv! kann starten

Die Förderung für das Projekt „Kinder- und Jugendbüro Cottbus – inklusiv!“ ist bewilligt. Das von Aktion Mensch geförderte Vorhaben verbindet Kinder- und Jugendbeteiligung mit inklusiver und aufsuchender Arbeit. Über vier Jahre soll in Cottbus eine Anlauf- und Umsetzungsstruktur entstehen, in der junge Menschen mit und ohne Behinderung eigene Anliegen bearbeiten und konkrete Veränderungen in ihrem Alltag anstoßen können.

Ausgangspunkt sind die Perspektiven junger Menschen

Die Projektidee wurde in einem Vorprojekt gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt. In fünf Beteiligungsworkshops brachten 37 Jugendliche und junge Erwachsene ihre Erfahrungen, Interessen und Veränderungswünsche ein. Dabei wurde deutlich, dass Beteiligung und Teilhabe häufig an sehr konkreten Bedingungen scheitern: Informationen sind schwer verständlich, Orte oder Angebote nicht erreichbar, Transport und Begleitung fehlen oder Kosten erschweren die Teilnahme. Hinzu kommt, dass junge Menschen nicht immer erfahren, wie mit ihren Anliegen weitergearbeitet wurde.

Das brauche ich, um gut dabei sein zu können (Workshop in Cottbus 2025)

Diese Ergebnisse bilden die Grundlage des Hauptprojekts. Inklusion wird dabei als durchgängiges Arbeitsprinzip angelegt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere junge Menschen, die von bestehenden Beteiligungsangeboten bislang nur eingeschränkt erreicht werden – darunter junge Menschen mit Behinderungen sowie junge Menschen mit Mobilitäts-, Sprach- oder Kommunikationsbarrieren und Diskriminierungserfahrungen.

Vom konkreten Anliegen zur erprobten Lösung

Das Projekt arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 6 bis 27 Jahren. Insgesamt sollen im Projektzeitraum rund 90 junge Menschen einbezogen werden. Für die verschiedenen Altersgruppen sind unterschiedliche Zugänge und Arbeitsformen vorgesehen.

Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren arbeiten vor allem in kontinuierlich begleiteten Kleingruppen an Grundschulen und Horten. Spielerische, visuelle und handlungsorientierte Methoden sollen ihnen ermöglichen, eigene Interessen, Barrieren und Veränderungswünsche sichtbar zu machen.

Jugendliche und junge Erwachsene werden über Schulen, Jugendtreffs, aufsuchende Angebote und bestehende Kontakte erreicht. Sie erkunden ihren Sozialraum, entwickeln Peer-Formate und bearbeiten konkrete Anliegen. In sogenannten Pilotfällen prüfen sie Barrieren, klären Zuständigkeiten, entwickeln Lösungsvorschläge und erproben mögliche Veränderungen gemeinsam mit Verwaltung und weiteren Partner*innen.

Junge Menschen wirken zukünftig außerdem am Namen und Profil des Kinder- und Jugendbüros, an den Regeln der Zusammenarbeit und an den Rückmeldewegen mit. Entscheidend ist, dass nachvollziehbar bleibt, wie ihre Beiträge aufgegriffen werden und welche weiteren Schritte daraus folgen.

Zusammenarbeit in Cottbus

Das Projekt knüpft soll an die bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendbeteiligung in Cottbus/Chóśebuz anknüpfen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Fachbereich Jugend, Schulen, Horten, Jugendtreffs und Einrichtungen der Behindertenhilfe. Die unterschiedlichen Perspektiven und Zugänge sollen dazu beitragen, Barrieren frühzeitig zu erkennen und Beteiligungsformate entsprechend zu gestalten.

Die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit werden dokumentiert und fachlich ausgewertet. Geplant sind außerdem barrierearme Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten in Cottbus, Qualifizierungsangebote für Fachkräfte sowie Materialien, die auch für andere Kommunen und Träger nutzbar gemacht werden können.

Zwei Stellen für das Projekt ausgeschrieben

Für den Aufbau und die Umsetzung des Projekts sind aktuell zwei Stellen mit Arbeitsort Cottbus ausgeschrieben:

  • Fachreferent*in mit 20 Wochenstunden: Schwerpunkt sind die aufsuchende Beteiligungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Stadtteilbegehungen, Peer-Formate, Pilotfälle sowie die Zusammenarbeit mit Verwaltung, Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Selbstvertretungsstrukturen.
  • Pädagogische Fachkraft/Erzieher*in mit 30 Wochenstunden: Schwerpunkt sind kontinuierliche Beteiligungsformate für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren an Grundschulen und Horten. Die Aufgabe verbindet Beteiligung, Beziehungsarbeit, barrierearme Kommunikation, Elternarbeit und Kinderschutz.

Bewerbungen sind bis zum 18. Oktober 2026 möglich. Die vollständigen Stellenausschreibungen enthalten alle Informationen zu Aufgaben, Voraussetzungen, Arbeitsbedingungen und Bewerbungsverfahren.