Jugendforum Nachhaltigkeit Brandenburg – JuFoNa

Das Jugendforum Nachhaltigkeit Brandenburg (JuFoNa) ist ein landesweites Praxis- und Entwicklungsprojekt des Kompetenzzentrums Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB). Gemeinsam mit jungen Menschen entstehen Möglichkeiten, Nachhaltigkeitsthemen zu bearbeiten, eigene Interessen und Ideen einzubringen, sich zu vernetzen und an politischen Prozessen mitzuwirken.

JuFoNa ist kein festes Jugendgremium mit einer abschließend vorgegebenen Arbeitsweise. Welche Themen, Formate und Formen der Zusammenarbeit geeignet sind, wird gemeinsam mit den jungen Menschen entwickelt, die sich im Projekt beteiligen. Kontinuierliche Mitarbeit ist ebenso möglich wie punktuelle, themen- oder projektbezogene Beteiligung.

Was im JuFoNa möglich ist

Das JuFoNa schafft unterschiedliche Zugänge zu Nachhaltigkeits- und Klimaschutzfragen. Junge Menschen können sich mit anderen aus Brandenburg austauschen, eigene Themen und Anliegen einbringen, gemeinsam Veranstaltungen oder Aktionen entwickeln und Wissen über politische Prozesse und Beteiligungsmöglichkeiten aufbauen.

Je nach Thema und Beteiligungsanlass kann JuFoNa außerdem Zugänge zu landespolitischen Verfahren eröffnen. Junge Menschen können Positionen entwickeln und gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit sichtbar machen. Auch die Frage, welche Formen der Interessenartikulation oder Interessenvertretung im Projekt sinnvoll und tragfähig sind, gehört zur gemeinsamen Weiterentwicklung.

Formate gemeinsam mit jungen Menschen entwickeln

Das JuFoNa arbeitet nicht mit einem festen Katalog wiederkehrender Formate. Ausgangspunkt sind die Themen junger Menschen, aktuelle politische Prozesse und die Frage, welche Zugänge unter den jeweiligen Bedingungen sinnvoll sind. Daraus können Workshops, Dialoge mit Politik, regionale Treffen, Aktionen, Touren, kreative Formate, Arbeitsgruppen oder andere Formen der Zusammenarbeit entstehen.

Diese Offenheit ist Teil des Projektansatzes. Nicht alle jungen Menschen möchten sich dauerhaft in einer festen Gruppe engagieren. Deshalb sollen unterschiedliche Intensitäten der Mitwirkung möglich sein. Zugleich braucht Beteiligung einen transparenten Rahmen: Es muss klar sein, was gemeinsam entschieden werden kann, welche Aufgaben beim hauptamtlichen Team liegen und wie Ergebnisse weiterbearbeitet werden.

Nachhaltigkeit breit verstehen

Das JuFoNa greift Nachhaltigkeit in ihren ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen auf. Klima- und Umweltschutz gehören ebenso dazu wie Mobilität, soziale Gerechtigkeit, Bildung, Wohnen, Ausbildung, Arbeit oder regionale Entwicklung. Welche Schwerpunkte konkret bearbeitet werden, soll sich nicht aus einer starren Projektagenda ergeben, sondern aus den Interessen der Mitwirkenden und aus Beteiligungsanlässen, bei denen junge Perspektiven gefragt sind.

Das Projekt kann Information, politische Bildung, Beteiligung, eigenes Engagement und Interessenartikulation miteinander verbinden. Diese Formen erfüllen unterschiedliche Funktionen. JuFoNa macht deshalb jeweils transparent, ob ein Format der Information, dem Austausch, der Entwicklung eigener Aktivitäten oder der Mitwirkung an einem konkreten politischen Prozess dient.

Wie sich JuFoNa entwickelt hat

Die Geschichte des Jugendforums reicht bis 2013 zurück. Das damalige Umweltministerium stieß erste Jugendforen an, um junge Menschen an der Nachhaltigkeitspolitik des Landes zu beteiligen. In den folgenden Jahren wurden unterschiedliche Projekt- und Workshopformate erprobt. Dabei zeigte sich zugleich, dass eine dauerhafte Beteiligung Kontinuität, verlässliche Ressourcen, regionale Zugänge und klare Einflussmöglichkeiten braucht.

2019 und 2020 wurden frühere Projektphasen ausgewertet. Der Landesjugendring Brandenburg und das KiJuBB formulierten daraus Handlungsempfehlungen zur Fortführung des Jugendforums. Vorgeschlagen wurde, JuFoNa als langfristig angelegtes Partizipationsprojekt zu verstehen: dialogisch, regional anschlussfähig, mit verständlichen Informationen und mit Möglichkeiten für junge Menschen, Themen frühzeitig mitzugestalten.

Ab 2020 begann die konzeptionelle Neustrukturierung. Nach zwischenzeitlicher Trägerschaft bei der NaJu Brandenburg ist das JuFoNa seit Sommer 2021 als Projekt beim KiJuBB angesiedelt. Die Erfahrungen aus den unterschiedlichen Projektphasen bilden heute eine wichtige Grundlage, ohne frühere Organisationsformen unverändert fortzuschreiben.

Beteiligung an Landespolitik erproben

In den vergangenen Jahren hat JuFoNa unterschiedliche Zugänge zur Landespolitik erprobt. Dazu gehörte die Mitwirkung junger Menschen an Prozessen zum Brandenburgischen Klimaplan und zur Landesnachhaltigkeitsstrategie sowie an weiteren fachpolitischen Themen. Komplexe Inhalte wurden dafür aufbereitet, in Workshops bearbeitet und Ergebnisse in Gespräche mit Politik und Verwaltung eingebracht.

Diese Erfahrungen zeigen eine zentrale Aufgabe des Projekts: Politische Verfahren müssen für junge Menschen zugänglich gemacht werden, gleichzeitig müssen zuständige Stellen klar benennen, worüber Beteiligung möglich ist und wie mit Ergebnissen weitergearbeitet wird. JuFoNa kann solche Schnittstellen vorbereiten und begleiten, trifft aber keine politischen Entscheidungen.

Unterwegs in Brandenburg

Landesweite Beteiligung darf sich nicht auf Potsdam oder bereits gut vernetzte junge Menschen konzentrieren. Regionale Zugänge gehörten deshalb schon zu den Handlungsempfehlungen von 2020. In späteren Projektphasen wurden unter anderem Radtouren und weitere dezentrale Formate genutzt, um mit jungen Menschen und regionalen Akteur*innen in unterschiedlichen Teilen Brandenburgs in Kontakt zu kommen.

Auch künftig bleibt die Frage wichtig, wie junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen, mit verschiedenen Bildungs- und Beteiligungserfahrungen und mit unterschiedlichen Lebenslagen erreicht werden können. Kooperationen mit Jugendverbänden, Jugendumweltverbänden, kommunalen Jugendstrukturen und weiteren Partner*innen können dafür Zugänge öffnen.

„Bock auf Zukunft“: Beteiligung, Austausch und Vernetzung verbinden

Mit dem Festival „Bock auf Zukunft“ wurde 2023 ein größeres Format erprobt, das politische Beteiligung, Wissen, Vernetzung und Begegnung miteinander verband. Workshops und Inputs ermöglichten fachliche Auseinandersetzung, ein Markt der Möglichkeiten brachte Initiativen und junge Menschen zusammen und moderierte Gespräche schufen direkte Begegnungen mit Landespolitik.

Das Festival steht exemplarisch für die Entwicklungslogik des JuFoNa: Formate können unterschiedliche Funktionen verbinden und dabei neue Zugänge schaffen. Sie sind jedoch kein festgeschriebenes Regelangebot. Welche Form in einer neuen Projektphase sinnvoll ist, wird aus Thema, Ziel und den Interessen der beteiligten jungen Menschen entwickelt.

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Mehr Informationen

JuFoNa gemeinsam weiterentwickeln

Die weitere Entwicklung des JuFoNa soll nicht allein durch das hauptamtliche Team oder den Träger festgelegt werden. Junge Menschen, die sich neu oder erneut beteiligen, sollen Schwerpunkte, Arbeitsweisen und Formate mitentwickeln können. Dazu gehören auch Fragen nach regelmäßigen Treffen, thematischen Arbeitsgruppen, Entscheidungswegen, der Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt und der Außenvertretung.

Das Projekt bleibt für junge Menschen aus ganz Brandenburg offen. Frühere Erfahrungen und entstandene Kontakte werden berücksichtigt, zugleich wird keine bestimmte frühere Gruppenkonstellation oder Arbeitsweise zur Voraussetzung für die Zukunft gemacht. JuFoNa soll unterschiedliche Formen der Beteiligung ermöglichen und bestehende Jugend- und Umweltstrukturen ergänzen, nicht ersetzen.

Rolle des KiJuBB und des hauptamtlichen Teams

JuFoNa ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB). Das hauptamtliche Team schafft verlässliche Rahmenbedingungen, bereitet Informationen und Beteiligungsanlässe auf, organisiert Arbeitsprozesse und Veranstaltungen, unterstützt Vernetzung und begleitet die Kommunikation mit Politik, Verwaltung und Kooperationspartner*innen.

Die fachliche, organisatorische und förderrechtliche Verantwortung liegt beim KiJuBB und seiner Trägerin. Themen und Positionen junger Menschen werden dadurch nicht vorgegeben. Wenn im JuFoNa Positionen entstehen, sind sie Ergebnisse der daran beteiligten jungen Menschen; das Projekt spricht nicht pauschal für alle jungen Menschen in Brandenburg.

Ansprechpersonen

Portraitfoto der Mitarbeiterin
Annalena Di Carlo
Projektreferentin
Jugendforum Nachhaltigkeit Brandenburg
+49 176 42846201
Portraitfoto der Mitarbeiterin
Sylvia Swierkowski
Projektreferentin
Jugendforum Nachhaltigkeit Brandenburg
+49 176 42846187

Angebote des KiJuBB

Das Angebot umfasst – abhängig von Auftrag, Ausgangslage und verfügbaren Ressourcen:

  • Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten zu Nachhaltigkeitsthemen,
  • gemeinsame Entwicklung von Themen, Formaten und Aktivitäten,
  • jugendgerechte Information zu politischen Prozessen,
  • Begleitung bei der Entwicklung und Einbringung eigener Positionen,
  • Austausch und Vernetzung mit jungen Menschen und Jugendstrukturen,
  • Dialogformate mit Politik, Verwaltung und Fachakteur*innen,
  • fachliche und organisatorische Begleitung durch das JuFoNa-Team.

Welche Angebote konkret entstehen, richtet sich nach den Themen und Interessen der beteiligten jungen Menschen sowie nach aktuellen Beteiligungsmöglichkeiten.